| Veranstaltung: | 2. KSP Schuljahr 25/26 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 7.5. Initiativanträge |
| Status: | Beschluss |
| Beschluss durch: | Kreisvorstand (KreVo) |
| Beschlossen am: | 11.06.2026 |
| Eingereicht: | 09.06.2026, 23:16 |
GP: Personelle Ausstattung der Schulen
Beschlusstext
Das KSP möge beschließen, den Abschnitt "Personelle Ausstattung der Schulen" mit
folgenden Inhalten zum Grundsatzprogramm hinzuzufügen:
Wir alle wissen, das eine gute Bildung nur mit ausreichend Personal an Schulen
möglich ist. Dennoch erleben Schülerinnen und Schüler täglich die Folgen eines
Bildungssystems, das seit Jahren an Personalmangel leidet. Unterricht fällt aus,
Vertretungsstunden ersetzen regulären Fachunterricht, individuelle Förderung
bleibt auf der Strecke und Lehrkräfte arbeiten vielerorts an ihrer
Belastungsgrenze. Gleichzeitig steigen die Anforderungen der Schule gegenüber
ständig. Die Kreisschüler:innenvertretung ist überzeugt: Gute Bildung braucht
genügend Personal! Deshalb fordern wir Maßnahmen zur dauerhaften Stärkung aller
pädagogischen Berufsgruppen an Schulen.
Der Mangel an Lehrkräften ist eines der größten Probleme im Bildungswesen.
Schülerinnen und Schüler haben das Recht auf zuverlässigen Unterricht und
gleiche Bildungschancen, unabhängig von Schulform oder Wohnort. Dieses Recht
wird durch den anhaltenden Personalmangel immer mehr gefährdet. Wir fordern
daher eine umfassende Strategie zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels, die sowohl
die Ausbildung neuer Lehrkräfte als auch die langfristige Bindung bestehender
Lehrkräfte in den Blick nimmt. Darüber hinaus müssen Schulen bei unbesetzten
Stellen schneller und einfacher unterstützt werden. Dauerhafte
Unterrichtsausfälle dürfen nicht zur Normalität werden.
Es reicht nicht aus, nur auf mehr Lehrkräfte zu setzen. Schulen sind heute viel
mehr als Orte der Wissensvermittlung. Sie übernehmen wichtige soziale Aufgaben
und sind oft die erste Anlaufstelle für Schülerinnen und Schüler bei
persönlichen, familiären oder psychischen Problemen. Deshalb fordern wir den
umfassenden Ausbau der Schulsozialarbeit. Jede Schule muss dauerhaft Zugang zu
genügend Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen haben. Diese Stellen dürfen
nicht von befristeten Förderprogrammen oder kommunalen Haushaltslagen abhängen,
sondern müssen langfristig und zuverlässig finanziert werden. Schulsozialarbeit
ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern ein unverzichtbarer Teil einer
modernen Schule.
Angesichts der zunehmenden psychischen Belastungen junger Menschen fordern wir
zudem einen stärkeren Ausbau schulischer Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Schülerinnen und Schüler müssen schnell Hilfe bekommen können, bevor Probleme zu
Krisen werden. Dazu gehören genügend Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen,
eine bessere Zusammenarbeit mit Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie
feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner an jeder Schule.
Darüber hinaus setzen wir uns für multiprofessionelle Teams an allen Schulen
ein. Lehrkräfte müssen durch pädagogische Fachkräfte, Schulsozialarbeit,
Schulpsychologie und weiteres unterstützendes Personal entlastet werden. Nur so
kann ausreichend Zeit für Unterricht, individuelle Förderung und pädagogische
Arbeit geschaffen werden. Die Herausforderungen von Inklusion, Integration und
individueller Förderung können nicht allein von Lehrkräften gemeistert werden.
Die Kreisschüler:innenvertretung fordert daher eine nachhaltige
Personaloffensive für Schulen. Bildung darf nicht an fehlendem Personal
scheitern. Jede Schülerin und jeder Schüler hat Anspruch auf eine Schule, die
ausreichend ausgestattet ist, verlässlichen Unterricht gewährleistet und bei
schulischen sowie persönlichen Herausforderungen Unterstützung bietet.
Investitionen in Lehrkräfte, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie
weitere pädagogische Fachkräfte sind Investitionen in die Zukunft unserer
Gesellschaft. Deshalb müssen sie endlich die politische Priorität erhalten, die
ihnen zusteht.
Begründung
erfolgt mündlich.
