| Veranstaltung: | 2. KSP Schuljahr 25/26 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 7.5. Initiativanträge |
| Status: | Beschluss |
| Beschluss durch: | Kreisvorstand (KreVo) |
| Eingereicht: | 10.06.2026, 17:54 |
GP: Mentale Gesundheit
Beschlusstext
Das KSP möge beschließen, den Abschnitt "Mentale Gesundheit" mit folgenden
Inhalten zum Grundsatzprogramm hinzuzufügen:
Die psychische Gesundheit von Schüler:innen, Lehrkräften und allen an Schulen
Beteiligten steht zunehmend unter Druck, verstärkt durch die Folgen der Corona-
Pandemie. Es ist daher notwendig, ein ganzheitliches Konzept zur Förderung der
psychosozialen Gesundheit auf lokaler Ebene zu entwickeln und sichtbar zu
machen.
1. Sichtbarkeit und Erreichbarkeit von Unterstützungsangeboten
Um Schüler:innen und Familien den Zugang zu psychosozialen Hilfen zu
erleichtern, müssen bestehende Angebote besser sichtbar gemacht und stärker an
die Bedürfnisse der Betroffenen angepasst werden:
- Digitale Plattformen: Einrichtung einer zentralen Informationsplattform nach
dem Vorbild bestehender Angebote, auf der Unterstützungsangebote und
Ansprechpartner:innen übersichtlich und leicht auffindbar sind.
- Integration in Schulmedien: Verlinkung dieser Plattform auf Schulwebseiten
sowie Einbindung in Lernplattformen wie IServ oder itslearning. Ergänzend sollen
Social-Media-Kanäle genutzt werden, um die Reichweite zu erhöhen.
- Erreichbarkeit vor Ort: Regelmäßige Infotage an Schulen sowie Plakate und
Flyer, die gezielt auf Hilfsangebote aufmerksam machen.
- Innovative Ansätze: Entwicklung eines digitalen Tools (z. B. Quiz oder
Umfrage), das durch gezielte Fragen passende Unterstützungsangebote aufzeigt.
2. Ausbau der psychosozialen Unterstützung an Schulen
Schulen benötigen eine deutlich bessere personelle und strukturelle Ausstattung,
um die psychische Gesundheit nachhaltig zu stärken:
- Schulpsychologie: Schrittweiser Ausbau hin zu einem Betreuungsschlüssel von
etwa 1:1000 entsprechend fachlicher Empfehlungen.
- Schulsozialarbeit: Deutliche Aufstockung von Schulsozialarbeiter:innen und
schulischen Assistenzkräften, um niedrigschwellige Unterstützungsangebote
sicherzustellen (Ziel: etwa 1:150).
- Fortbildungen: Regelmäßige Schulungen für Lehrkräfte und schulisches Personal
im Umgang mit psychischen Belastungen, in der Sensibilisierung für individuelle
Bedürfnisse sowie im sicheren Umgang mit digitalen Endgeräten, um moderne
Unterrichtsformate zuverlässig umzusetzen.
3. Verbesserung der Schulkultur und Prävention
Eine gesunde Schulkultur kann entscheidend dazu beitragen, psychosoziale
Belastungen zu reduzieren:
- Entzerrung des Schulalltags: Reduktion von Prüfungsbelastungen sowie eine
insgesamt ausgewogenere Gestaltung von Tages- und Wochenstrukturen.
- Achtsamkeit und Resilienz: Einführung und Förderung von Programmen zur
Stärkung der mentalen Gesundheit, etwa durch Workshops zu Stressbewältigung und
Achtsamkeit.
- Zeit für Erholung: Stärkere Berücksichtigung von Erholungsphasen im
Schulalltag im Sinne des Prinzips „Luftholen statt Aufholen“.
- Klare Kommunikationszeiten: Begrenzung der schulischen Kommunikation außerhalb
der Unterrichtszeiten, insbesondere keine verpflichtende Kommunikation am Abend,
um eine klare Trennung von Schule und Freizeit zu ermöglichen.
- Ruheräume: Einrichtung von Rückzugs- und Ruheräumen an Schulen, die im
Schulalltag zur Entspannung genutzt werden können.
Begründung
Erfolgt mündlich.
